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1 Feb 2011

Rund um den Globus werden Bilder, Videos und Websites geteilt und verbreitet. Powerklicken auf TWEET, LIKE und SHARE ist zum neuen Volkssport geworden. Und – es funktioniert! Mein Netzwerk hält mich aktuell und infomiert mich gleichermaßen über die letzten Unruhen in Afrika, als auch über den Beziehungsstatus meiner alten Schulfreunde. Doch hat die soziale Vernetzung ihre Grenzen. Um ein Haar hätte ich fast eine Geburtstagsfeier verpasst, nur weil ich kein Mitglied, in der zugehörigen StudiVZ Gruppe war. Und damit kommen wir zum eigentlichen Problem der (heutigen) Social Media Netzwerke.

Jedes Netzwerk, jede Website speichert eigene Daten und verlangt eine Neuregistrierung der Daten, die man schon auf 1000 anderen Seiten angegeben hat. Die Lösung des Problems besteht darin, eine digitale Persönlichkeit in allen Netzwerken zu verwenden. Doch was so einfach klingt, ist alles andere als einfach umzusetzen. Bisher fehlt nämlich ein allgemein anerkannter Standart. Projekte wie OpenID versuchen diese Lücke zu schließen, doch können sich im Massenmarkt noch nicht durchsetzen.

Facebook Connect – der Chipleader
Facebook ist im Social Media Segment ganz weit vorn. 500 Millionen User lassen sich auch schlecht klein reden. Immer mehr Websites nutzen den Facebook Login, die Facebook APIs und Social Plugins und ich bin überzeugt, das 2011 noch einige dazu kommen werden. Trotzdem gibt es ein großes Problem: Alle Daten liegen auf Facebook Servern und das Unternehmen wird nach wie vor von wirtschaftlichen Interessen getrieben. Spontane Änderungen der Datenschutzrichtlinien sind nicht ganz außer Acht zu lassen.

OpenSocial – der Verfolger
Das Projekt OpenSocial beinhaltet eine offene Programmierschnittstelle, über die man auf Informationen, Personen und Aktivitäten aus verschiedenen Netzwerken zugreifen kann.
Die 3 Kernkomponenten (Wikipedia):

  • Data ermöglicht den Zugriff und Austausch von Personendaten.
  • People erlaubt den „Blick“ auf den sozialen Graphen aus „Sicht“ einer Person. Somit lassen sich zum Beispiel personenspezifische Beziehungen (sog. Relationsships) abfragen.
  • Activities für die textbasierte Kommunikation zwischen Personen

Das Projekt wird von Google entwickelt und wird in Deutschland bereits von StudiVZ, SchülerVZ und MeinVZ unterstützt. Aktuell arbeitet das B2B Netzwerk Xing ebenfalls daran die OpenSocial API zu unterstützen.

Fazit
OpenSocial wäre der bessere Weg um ans Social Media Ziel zu kommen. Doch Facebook Connect ist aktuell besser aufgestellt und baut täglich seinen Vorsprung aus. Das sich ein Standart etablieren wird ist nur eine Frage der Zeit, welcher das sein wird, bleibt abzuwarten.

Autor

Daniel Benkenstein

Daniel Benkenstein hat Media System Design an der Hochschule Darmstadt studiert und schreibt im Blog von neosmart über Responsive Webdesign, Usability und WordPress. Als Geschäftsführer von neosmart ist er der richtige Ansprechpartner für Projektanfragen, Bewerbungen und Kooperationsvorschläge.