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9 Jahre neosmart / Kommentar: Elon Musk

10 Mrz 2019

Daniel Benkenstein (Gründer von neosmart):

Heute vor 9 Jahren wurde neosmart gegründet und ich blicke zurück auf die spannendste Reise, die ich je gestartet habe. Wenn ich mittlerweile einen großen Konzern führen würde, dann hätte ich jetzt eine eigene Marketingabteilung. Diese hätte vor ca. drei Monaten damit angefangen, die besten Referenzen des letzten Jahres auf Hochglanz zu polieren, Interviews mit ausgewählten Kunden zu führen, um daraus ein sehr professionell aussehendes Jubiläumsvideo zu produzieren.

Ich führe jedoch keinen Konzern, sondern ein kleines Team mit Menschen, die mir etwas bedeuten. Ich kenne jeden einzelnen sehr gut und darf sie Kollegen und Freunde in einem Satz nennen. Das macht mich glücklich und ich spüre, dass die Reise in die richtige Richtung verläuft. Es hat aber auch zur Konsequenz, dass ich diesen Text selber schreiben muss.

Vor ein paar Jahren habe ich ein Interview von Elon Musk gesehen und darin beschreibt er ziemlich treffend, was es bedeutet Entrepreneur zu sein.

Elon Musk (Gründer von Paypal, Tesla, SpaceX, u.v.a.)

Wenn Leute über das Gründen reden, dann hört man sie oft sagen es sei ein Riesenspaß und insgesamt ein positiver Prozess. Das stimmt aber nicht. Ja, es gibt durchaus Phasen die Spaß machen, aber insgesamt ist gründen ziemlich schrecklich. Wenn man sich ein junges Start-Up anschaut, dann hat man im Grunde das Destillat der größten Probleme vor sich. Als Gründer macht es keinen Sinn sich um Dinge zu kümmern, die gut laufen.

Man hat als Gründer nur Zeit sich um Dinge zu kümmern, die außerordentlich schlecht laufen. Im eigenen Start-Up laufen zudem ständig Dinge falsch, um die sich andere nicht kümmern können und wollen. Somit bleiben die größten Probleme immer beim Gründer. Man muss sich schon gezwungen fühlen, diese Aufgaben zu übernehmen und dabei gleichzeitig eine große Schmerzverträglichkeit aufweisen. Ein Freund von mir sagt dazu: Gründen ist wie ständig in den Abgrund zu schauen und dabei Glas zu essen. In den Abgrund schauen heißt hier soviel wie ständig das Scheitern des eigenen Unternehmens vor Augen zu haben. Weil einfach die meisten Start-Ups scheitern. 90 oder sogar 99% aller Start-Ups scheitern. Abgrund bedeutet somit: Wenn ich das Problem jetzt nicht löse, dann wird das Unternehmen sterben. Dieser Dauerzustand ist mit sehr viel Stress verbunden. Glas essen bedeutet, dass du dich um Probleme kümmerst, um die man sich kümmern muss und nicht um Probleme um die du dich kümmern möchtest. D.h. man arbeitet ständig an Dingen von denen du dir wünschen würdest sie nicht machen zu müssen. Und dieser Zustand bleibt für eine lange Zeit so bestehen.

Daniel Benkenstein (Gründer von neosmart):

Alle Leser, die nicht wissen, dass eine neuschwänzige Katze kein Tier ist, dürfen sich zurecht fragen: „Wie kann man das wollen?“ Diese Skepsis ist berechtigt und nur andere Gründer und frischgebackene Eltern können das Gefühl beschreiben, wenn plötzlich etwas da ist, was vorher nicht da war.

Ich bin unendlich dankbar für jeden einzelnen Tag, dieser 9 Jahre. Ich danke jedem Einzelnen, der in den letzten 9 Jahren mit und für neosmart gearbeitet hat und ich danke unseren Kunden für das entgegengebrachte Vertrauen und die Wertschätzung. Ohne euch würden wir jetzt schon zu den 99% gehören.

Mit Herzblut,
Daniel

Autor

Daniel Benkenstein

Daniel schreibt im Blog von neosmart über aktuelle Projekte und Technologien. Als Geschäftsführer von neosmart ist er der richtige Ansprechpartner für Projektanfragen und Bewerbungen.